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Die Bilder sind online: Abmarsch der Dortmunder Kräfte am Samstagmorgen - Chaos in Duisburg - Dortmund - Uni - Aufmarsch BHP500
Ich war auf der Loveparade zum Feiern und bin froh, daß ich gesund und munter bin.
Meine Freundin und ich waren gegen 12.20 Uhr am östlichen Eingang an der Karl-Lehr-Straße. Ca. 100 Meter vor dem östlichen Tunnel fand eine Kontrolle statt, niemand durfte bekannterweise mit Glasflaschen auf das Gelände. Das war schon mal die erste Überraschung gegenüber der Lopa in Dortmund und Essen. Am Eingang drängten sich einige 100 Personen. Weiter ging es durch den Tunnel, zu dieser Uhrzeit war es noch recht ruhig. Wir bogen dann rechts ab Richtung Loveparade-Gelände. Gegen 13.05 Uhr erreichten wir unser Ziel, dies war eine erhöhte Schotterfläche am nordöstlichen Ende des Geländes. Die Schotterpiste war die 2. Überraschung. Wir waren dieses Mal zum Tanzen gekommen, die Kamera blieb im Auto. Das Fotografieren von Einsatzfahrzeugen war nicht geplant. Aber Tanzen machte auf dem Schotter keinen Spaß. Wer immer die Idee hatte, auf der Schotterpiste eine Loveparade durch zu führen, der gehört mit diesem Schotter gesteinigt. 14 Uhr ging es los, es war in diesem Bereich noch recht leer. Kein Wunder, mehrere 100000 Menschen mußten ja erstmal durch die Eingangskontrolle. Ach ja, so was gab es hier zum ersten Mal. Vermutlich wegen der Glasflaschen. Komisch, auf der A40 vor einer Woche war Personenkontrolle kein Thema. Langsam füllte sich der Platz, aber von Überfüllung konnte man nicht sprechen. Aufgrund der Bodenbeschaffung kam bei meiner Freundin und mir nicht so die Stimmung auf. Gegen 16.55 Uhr sind wir dann parallel zur BAB 59 auf dem Gelände Richtung Süden gegangen. Wir hatten uns entschlossen, die Loveparade zu verlassen. Auf dem Weg Richtung Tunnel kamen wir an einem der Notausgänge vorbei. Dieser befand sich ca. 100 - 200 Meter vor dem Tunnel, im Westen des Geländes und unmittelbarer Nähe der BAB 59. Der Notausgang war zu und von der Security bewacht. Aufgrund massivem Drängens von einigen Besuchern, die das Gelände ebenfalls verlassen wollten, wurde der Ausgang geöffnet. Ob es da schon zur Katastrophe im Tunnel gekommen war, weiß ich nicht. Das war von unserer Position nicht zu erkennen. Jedenfalls sind wir dann durch den Notausgang über eine Schotterpiste (!) Richtung Süden. Im Bereich des Tunnels, den wir überquert haben, sahen wir, daß Besucher die Böschung Richtung Tunnel und Westausgang wollten, dort war ein Zaun auch niedergedrückt. Im Nachhinein vermute ich, daß die Katastrophe gerade unter uns passiert war. Die Polizei lenkte uns hektisch weiter auf den Schotterweg Richtung Süden. Mehrere 100 Raver drängten bereits Richtung Ausgang. Durch den Tunnel wären wir nie gekommen, da wollten ja tausende Menschen rein. Die ersten RTW kamen uns schon entgegen. Ich hielt dies noch für das Tagesgeschäft, bekannt von Dortmund 2008. Der Witz war, die RTW teilten sich mit uns die Schotterpiste. Aus irgendeinem Grund stand ein ziviler PKW dort, genau gegenüber irgendwelchen großen Metallteilen. Es war recht eng für alle. Dann mußten wir eine Böschung runter, unter der BAB 59 standen mehrere RTW, NEF und der ELW 5 der BF Köln (provisorische Wache?) Kameraden der FW Köln halfen uns, die gegenüberliegende Böschung mittels Steckleiterteilen zur erklimmen. Anschließend standen wir auf der Autobahnauffahrt an der Kreuzung Heerstraße/Düsseldorfer Straße. Na ja, die Kollegen waren recht nett. Panik gab es auch keine, es wußte ja noch niemand, was gerade ein paar Meter weiter passiert war. Stutzig wurde ich jedoch, als Kräfte der FW Duisburg mit HLF 20/16, LF 16-TS und einem schönen alten Bachert-TLF 5000 H alarmmäßig auf das Gelände fuhren. Dazu nutzte man die Schotterpiste, die inzwischen gut gefüllt war. Ich habe dann zu meiner Freundin gesagt, wenn wir schon so früh weg gehen, möchte ich noch ein paar Fahrzeuge fotografieren. Auf dem Weg zum Auto kam dann eine SMS, es war 18 Uhr: "Christoph 25 auf dem Weg nach Duisburg, MANV". Ich habe dann telefoniert, da ging es noch ganz ordentlich. Aufgrund der ersten Meldungen im Radio waren wir dann recht gut informiert. Wir sind dann mit Kamera zurück. Ich wollte das Chaos an der Düsseldorfer Straße festhalten. In dem Moment war ich einfach nur wütend. Wütend auf die beschi... Organisation der Veranstalter. Die haben an einem Tag die Loveparade kaputt gemacht und 18 Menschleben ausgelöscht. Sicherlich haben sich Besucher falsch verhalten, aber warum nur? Weil sie nicht mehr wußten, wo sie hin sollten. Wir wußten es auch nicht, wir hatten nur verdammt noch mal Glück gehabt. Das wir früh weg wollten. Das wir zur richtigen Zeit am richtigen Notausgang waren. Essen und Dortmund waren klasse organisiert. Wo es voll wurde, konnte man überall das Gelände verlassen. Hier war ein Eingang, der auch gleichzeitig der Ausgang war. Das funktioniert nicht wirklich. |